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Reise

Arizona isst anders: von Cowboy Steaks zu Kaktus

Ob indianische Gerichte, Cowboy-Steaks oder Speisen aus dem Prickly Pear-Kaktus – Arizona schmeckt durch unterschiedliche Einflüsse ganz anders, als wir es gewohnt sind oder erwarten würden.

Die beste Gelegenheit, diese Vielfalt zu erleben, bietet die Arizona Restaurant Week vom 15. bis 24. September. Im gesamten Bundesstaat laden über 60 teilnehmende Restaurants dazu ein, für 33 oder 44 US-Dollar Drei-Gänge-Gerichte zu probieren. Im Folgenden möchten wir diesen Anlass nutzen und vier kulinarische Besonderheiten vorstellen, die beweisen, dass Arizona geschmacklich einzigartig ist.

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Lon’s at the Hermosa, dining, Paradise Valley

Arizona, foodizmIndianische Küche

Indisch Essen waren schon die meisten, aber Indianisch? Kürbis, Bohnen und Mais sind die „drei Schwestern“ der indianischen Küche. Doch auch Lamm, Chollakaktus-Knospen und Frybread gehören zu den typischen Zutaten der würzigen Gerichte, wie sie auf den Stammesgebieten in Arizona seit Jahrhunderten serviert werden. Wer in diesen Genuss kommen möchte, kann während der Restaurant Week beispielsweise Tonto Bar and Grill in Cave Creek besuchen. Im rustikalen Ambiente werden Gerichte mit traditionellen Zutaten serviert, die die geschichtliche Entwicklung Arizonas wiederspiegeln.

Noch indianischer geht es im the View Restaurant zu. Beim atemberaubenden Ausblick auf die Felsformationen des Monument Valleys servieren Navajo-Köche stammestypische Gerichte wie den Navajo-Taco. Zwar nimmt the View nicht an der Restaurant Week teil, ein Besuch ist dennoch ein einmaliges Erlebnis.

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Prickly Pear Cactus

Der Kaktus als Zutat

Kakteen sehen mit ihren langen Stacheln nicht so aus, als wären sie essbar. Doch die Bewohner der Wüste, wie die Tohono O’odham, wissen die Früchte der stacheligen Gewächse lecker zuzubereiten. So wird der Sirup aus der Saguaro-Frucht gerne für aromatische Barbecue-Saucen verwendet, die mit etwas Glück auch während der Restaurant Week serviert werden. Doch der Saguaro ist nicht der einzige essbare Kaktus. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich der Prickly Pear. Der Saft seiner charakteristischen roten Frucht wird besonders gerne für süße Speisen oder Getränke verwendet. Wie wäre es beispielsweise mit einer Prickly Pear-Kaktus-Limonade im beliebten Courtyard Café des Heard Museums in Phoenix?

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Stockyards Steakhouse Phoenix

Steak-Kultur

Rare oder doch lieber well-done? Wie ein Steak am besten verzehrt werden sollte, daran scheiden sich die Geister. Einig ist man sich allerdings, dass es in Arizona ausgezeichnete Steaks gibt. Unzählige Steakhouses laden im ganzen Bundesstaat dazu ein, den rustikalen Geschmack des Wilden Westens zu probieren. Zum Beispiel serviert the Keg in Gilbert während der Restaurant Week ein saftiges Lendenstück mit geräuchertem Speck und Béarnaise. Wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen?

Arizona, foodizmTucson: einzige UNESCO City of Gastronomy der USA

Sollte nach all den Köstlichkeiten der Appetit auf mehr geweckt worden sein, dann empfiehlt sich ein Besuch der Stadt Tucson, die im Dezember 2015 als UNESCO City of Gastronomy ausgezeichnet wurde – übrigens die einzige in den gesamten USA. Egal ob Sonoran Hot Dog, historisches Weizen, welches einst von spanischen Missionaren eingeführt wurde oder die Frucht des Feigenkaktus, die sich sogar in den lokalen Bieren wiederfindet – die Einflüsse verschiedener Länder und Kulturen haben die Küche Tucsons geprägt und vielseitig gemacht. Doch Tucson erhielt von der UNESCO den Titel auch, weil hier von kreativen Köpfen das kulinarische Erbe nicht nur verwaltet, sondern weiterentwickelt wird. So gewann der Koch des Downtown Kitchen + Cocktails, Janos Wilder, bereits den James Beard Award. Der Preis gilt auch als Oscar des Essens. Ebenso innovativ ist Ryan Clark, der entscheidend dazu beitrug, dass das PY Steakhouse im Casino del Sol zum Forbes Four-Star Restaurant gekürt wurde.

Fotos © Mark Trembley Photography

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