Gourmet

Lebensmittel in 3D – Sachen gibt’s!

 

Gerne würde ich denjenigen treffen, der eine hingebungsvolle Liebe zu Druckern pflegt. Ein Leben mit Druckern ist oft nicht einfach, nicht selten sogar (um es mild auszudrücken) eine Herausforderung. Dass ein Drucker unser Leben vereinfachen kann, ist hingegen eine befremdliche Vorstellung. Und dann kam der 3D Drucker. In der Kunststofffertigung gab es vor einigen Jahren mit der Evolution des 3D Drucks eine regelrechte Revolution. In der Medizin, dem Maschinenbau und der Kosmetikbranche hat diese Technik bereits große Erfolge gefeiert. Beim Zahnarzt wird einem erspart, den Mund mit Gummimasse gefüllt zu bekommen, denn es reicht ein digitales Bild mit dessen Daten präzise, dreidimensionale Vorlagen entstehen, die ein 3D Drucker ausdrucken kann.

Aber dass dies auch in der Küche der Fall sein könnte, wirkt doch etwas bizarr. 3D Drucker wollen tatsächlich die neuen Mikrowellen unserer Küchen sein. In zwei Jahren, so heißt es, wird jeder Haushalt einen 3D Lebensmittel-Drucker haben.

Und so funktioniert’s: frische Zutaten wie Teig, Saucen, Pasten oder faschiertes Fleisch werden weiterhin von Hand vorbereitet, dann in Kartuschen unserer neuesten Lieblingsküchenmaschine gepackt und per Computersteuerung und nach dreidimensionaler Vorlage präzise auf ein Backblech gespritzt. Recht gut vorstellbar ist dieser Vorgang bei Marzipan, Zuckerglasuren oder Schokolade, formbaren Substanzen, mit denen seit jeher äußerst kreativ gestaltet wurde. Doch auch bei Keksen, Nudeln, Pizzen und Fleischlaibchen lässt es sich bestimmt kreativ sein.

NM Fish and Chips1Kochen ist schon längst keine Notwendigkeit mehr – es ist ein Hobby. Ein Gerät, welches Lebensmittel spielerisch interessant macht, könnte somit hierzulande gut ankommen. Den bequemlichen Fertigspeisen-Aufwärmer unter uns wird so ein Drucker wohl kaum zum Kochen bringen, aber dem Anspruch des regionalen, ethisch vertretbaren und gesunden Nahrungsmittels steht dabei nichts im Weg. Denn 3D Drucker ersetzen Lebensmittel nicht, sie bringen sie lediglich in neue, abwechslungsreiche Formen. Natürlich ist so ein Gerät besonders gut für Eltern eines überaus heiklen Kindes geeignet, das Püree fad findet, wenn es nicht in Dinosaurierform am Teller aufgemalt ist. Doch die Zunahme an Food Fotos in sozialen Netzwerken wie Instagram zeigt, wie visuell wir veranlagt sind. Unsere eigenen Marzipanblüten oder Nudelspiralen herzustellen ist eine Spielerei, die unseren kindlichen Enthusiasmus anspricht und potentiell sowohl Tech-Freaks als auch Hobbyköche begeistern könnte.

Die Assoziation mit dem herkömmlichen Drucker ist mir zwar immer noch ein Dorn im Auge, aber solange er keine Einzugsprobleme im Papierschacht verzeichnet, können etwaige Herausforderungen eigentlich nur in der Netzwerkverbindung, Fehlermeldungen der Software, der falschen Konsistenz der gefüllten Lebensmittel oder der Reinigung oder Verunreinigung des bisher noch nicht unter €1.000 erhältlichen Geräts liegen…

Leave a Comment