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Matcha Tee – das grüne Gold Japans

Tee ist in vielen Kulturen nicht einfach ein Heißgetränk, es gehört zur Tradition und ist fest verbunden mit einem strengen Zeremoniell. Das trifft besonders auf Matcha zu, einem hochwertigen grünen Tee der seit Jahrhunderten in Japan verehrt wird und inzwischen auch hierzulande seine begeisterten Fans findet.

Die Deutschen verbrauchen pro Jahr mehr als 57.000 Tonnen Tee. Die klaren Favoriten dabei sind Früchtetees und Kräutertees. Lediglich ein Drittel der Teetrinker entscheiden sich für schwarzen oder grünen Tee. Die unterschiedlichen Teesorten gibt es inzwischen wahlweise im praktischen Beutel oder fein säuberlich abgepackt in Tüten als fertige Mischung. Fast alle Tees legen lange Wege zurück, ehe sie in den heimischen Tassen landen. 40 Länder sind am lukrativen Exportgeschäft beteiligt. Hauptabnahmeland ist nach wie vor China mit mehr als 14.300 Tonnen Tee jährlich.

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Matcha zwischen Tradition und Trend

Inzwischen haben Kamille, Hagebutte und Pfefferminze aber einen starken Konkurrenten aus Chinas Nachbarland Japan bekommen, den Matcha Tee. Der Begriff bedeutet übersetzt so viel wie „gemahlener Tee“, womit auch schon seine ureigenste Machart offenbart wäre. Matcha ist nämlich gemahlenes giftgrünes Teepulver, abgepackt in aromafreundliche Tüten, um den feinen Geschmack nicht zu gefährden. In Japan gehört der Tee zur Teestunde einfach dazu und das seit Jahrhunderten. In den USA und Europa hingegen ist Matcha ein Trend-Getränk, was es wahlweise pur oder als Zugabe zu Smoothies, Desserts oder Broten gibt. Eine besonders hochwertige Zugabe, denn Matcha gehört zu den teuersten und exklusivsten Teesorten weltweit.

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Handverlesen und gemahlen zum vollendeten Geschmack

Das Geheimnis eines guten Matcha liegt in seinem Anbau verborgen. Die Pflanzen gedeihen in den Hochebenen Japans und Chinas und benötigen ein besonderes Maß an Pflege. Kurz vor der Ernte werden die Teepflanzen mit speziellen Netzen oder Planen abgedeckt. Das verhindert, dass Sonnenlicht bis zur Pflanze vordringt. Dadurch entwickeln die Blätter eine hohe Dosis Chlorophyll. Das Blatt wird grüner, baut eine höhere Zahl von Aminosäuren auf und die Teeblätter enthalten dadurch nach der Ernte ihren leicht süßlichen bis herben Geschmack. Der Anbau des Tees an sich ist dabei reine Handarbeit, denn lediglich die oberste Knospe mit den zwei Blättern schafft es, zum Matcha weiterverarbeitet zu werden. Das Pflücken übernehmen die Bauern, eine Maschine würde die feinen Knospen und Blätter zerstören. Direkt nach der Ernte müssen die feinen Blätter in die Weiterverarbeitung.

Ebenfalls in Handarbeit erfolgt nun eine Dämpfung, um die pflanzeneigenen Enzyme zu deaktivieren und somit zu gewährleisten, dass die Blätter frisch bleiben und ihre strahlende Farbe sowie die vielen wertvollen Inhaltsstoffe behalten. Anschließend wird noch das Blattgerippe entfernt. Es geht zur Sortierung und zum Mahlen – dabei kommen Granitmühlen zum Einsatz, in denen die Blätter bei konstantem Raumklima zum begehrten Matcha Pulver gemahlen werden. Pro Stunde entsteht in einer Steinmühle eine Menge von gerade einmal 30 Gramm. So viel Aufwand hat natürlich auch seinen Preis.

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Nicht günstig, aber gut!

Mit durchschnittlich einem Euro pro Gramm können sich Kunden dann das Endprodukt schmecken lassen. „Hierbei sollten sie aber genau auf die Herkunft und die Qualität achten“, empfiehlt Nicolas Klein, Matcha Experte und Mitgründer des Bio Handels-Unternehmens imogti aus Berlin. Er vertreibt original Bio Matcha – exklusiv importiert aus Japan und China und das in vielen unterschiedlichen Sorten. Matcha ist nämlich nicht gleich Matcha. Es gibt preisliche und qualitative Unterschiede, die im feinen Geschmack liegen, und dieser bewegt sich zwischen intensiv am Morgen und sehr mild für den Tag. Noch eine Besonderheit des Matcha, er ist nicht nur geschmackvoll, er enthält zudem Koffein, ein echter Wachmacher für den Genuss am Morgen. Das weckt den Geist, schenkt Energie und ist trotzdem verhältnismäßig mild. Darüber hinaus bringt Matcha mehr Antioxidantien mit als jedes andere Lebensmittel auf dem Markt. Denen wird nachgesagt, dass Sie gegen freie Radikale wirken und dafür sorgen können, dass die Hautalterung aufgehalten oder zumindest verlangsamt wird. Ein echter Jungbrunnen also, der Qualitäts-Matcha. Kein Wunder, dass er sich längst seinen Ruf als Superfood verdient hat.

Superfood oder Superdrink?

Als Superfoods bezeichnen Experten all jene Lebensmittel und Getränke, die nicht einfach nur schmecken, sondern tatsächlich einen positiven Nutzen für die Gesundheit mitbringen können. Dass sie zudem noch vielseitig in der Küche einsetzbar sind und einfach gut schmecken, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Beim Matcha ist der Geschmack kurzum „umami“. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie „wohlschmeckend“, eine Geschmacksnote die die Japaner extra eingeführt haben, um das Aroma des Matcha zu beschreiben. Der verdankt dieses Aroma seinen vielen guten Inhaltsstoffen, die zu schützen das oberste Gebot in der Teezubereitung ist. Hier kommen ganze Blätter in das grüne Pulver, also auch die vollen Wirkstoffe. Diese sollten behutsam aufbereitet werden.

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Eine kleine Matcha-Zeremonie

Für die Zubereitung braucht es eine Schale, etwas heißes Wasser und einen Chasen (Matcha-Besen). Eine gute Schale Matcha benötigt zwei Löffel Matcha-Pulver, was etwa einem Gramm entspricht, sowie 80 ml heißes Wasser. Das darf eine Temperatur von 80 Grad nicht überschreiten, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden. „Nun geht es darum, dass Pulver und Wasser eine Einheit bilden, deshalb braucht es den Chasen“, erklärt Nicolas Klein den Zubereitungsvorgang. Je kräftiger der Matcha geschlagen wird, desto intensiver entwickelt sich das Aroma. „Matcha ist perfekt, wenn sich an seiner Oberfläche ein leichter Schaum bildet.“

Das perfekte Aroma ist leicht von billigem Grünteepulver zu unterscheiden. Die haben nämlich einen sehr bitteren bis herben Geschmack, aufgrund des geringen Anteils an Aminosäuren. Nur echter Matcha besitzt eine sanfte Süße und die intensiv grüne Farbe des Pulvers. Doch auch hier gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Ganz wie beim Wein hängen diese von der Anbauhöhe, der Region und der Spezialisierung der Bauern ab.

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Eckart Witzigmann mit Matcha von imogti

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