Axel Bach, Tannenhof

Lifestyle

Vollblut-Hotelier

Was man mit Durchsetzungsvermögen alles erreichen kann, zeigt Axel Bach, Manager des Hotel Tannenhof in St. Anton am Arlberg. Er erläutert, was einen guten Hotelier ausmacht.

Der Saarländer Axel Bach war maßgeblich daran beteiligt, das Hotel Tannenhof zu jenem Fünfsterne superior Hotel zu entwickeln, das es heute ist. Innerhalb nur eines Jahres wurde das ursprüngliche Haus in St. Anton abgerissen und ein neues gebaut. Unter Bewahrung des Charakters des alten Hauses, das bereits seit 1925 ein gastronomischer Betrieb war, hat Bach ein Haus wiederauferstehen lassen, das an Glanz und Glorie kaum zu überbieten ist.

Hotel Tannenhof Superior, St. Anton am Arlberg, Axel Bach
Axel Bach, Hotel Tannenhof, St. Anton am Arlberg

Zweisprachig in einer Hotelleriefamilie aufgewachsen wusste Axel Bach schon mit 12 Jahren, was er werden wollte. „Ich wollte immer in die Gastronomie und Hotellerie. Es hieß aber nie, du musst das mal übernehmen. Ich hatte keinen Druck.“ Seine Ausbildung machte Bach unter Wolfgang Staudenmaier, wobei er Teil des letzten Jahrgangs in Deutschland war, der Koch und Kellner lernen durfte, denn die Ausbildung wurde danach aufgeteilt in Koch und Restaurantfachmann. Nach der Ausbildung ging es für Bach 1978 ins Tantris in München unter der Leitung von Heinz Winkler, wo er vier Jahre absolvierte, zwei davon in der Küche, zwei im Service. Danach zog es ihn zu Eckart Witzigmann in die Aubergine, wo er ein Jahr in der Küche und eines im Service verbrachte, gefolgt von Feinkost Käfer, damals die Highlight-Adresse in Deutschland, wo sich die Prominenz die Klinke in die Hand gab. Bach denkt zurück: „Ich werde jetzt 53 und ich habe mir niemals die Frage gestellt, mache ich das Richtige. Das war für mich immer selbstverständlich, weil ich es einfach mit Herzblut mache. Entweder man macht etwas ganz, oder man macht es gar nicht. Weil wenn einem heute etwas an einem Job nicht gefällt, muss man sich woandershin orientieren. Ich habe immer das gemacht, was ich gewollt habe, nie das, was die anderen wollten.“

Hotel Tannenhof *****Superior, St. Anton am Arlberg

Ein Tag im Leben Bachs beginnt um 6:15 Uhr. Nach dem Frühstück geht es um 8 Uhr ins Büro, wo er erst einmal Emails checkt und beantwortet („immer alles sofort machen und nichts auf morgen verschieben,“ sagt er) und Mitarbeiter begrüßt. „Ich schaue, ob alle wohlauf sind, und eruiere die Problematiken oder die Fragen unserer Mitarbeiter, und wenn möglich, beantworte ich sie sofort. Falls nicht, leite ich die entsprechenden Aktionen ein.“ Dann geht es zum Schreibtisch, Rechnungen bezahlen, bevor er mit allen Mitarbeitern um 11:30 zu Mittag isst. Um 12 Uhr geht das Tagesgeschäft weiter, denn es kommen die ersten Gäste zum Mittagessen. Nachmittags kümmert sich Bach um die Gäste und auch diverse Probleme der Mitarbeiter, hat verschiedene Termine und Besprechungen mit externen Zulieferern. Um 18 Uhr isst er ebenfalls wieder mit den Mitarbeitern zu Abend, bevor dann um 19 Uhr die Gäste ins Restaurant kommen. Er begrüßt sie, hat mit ihnen einen Aperitif und fragt zu Tisch, ob alles recht ist. Schließlich muss Bach die Koordination zwischen Küche, Service und Rezeption abstimmen und etwaige Kommunikationsprobleme im Haus klären, bevor er dann auch noch den Turn-Down-Service auf den Zimmern bis Mitternacht überwacht. Dann geht es heim und ins Bett. Ein voller Tag, aber, so Bach, man kann so einen Tag sicher so gestalten, dass er auch Spaß macht.

An seiner Vision, das beste Hotel überhaupt zu sein, arbeitet er ständig. „Perfektion wird man nie erreichen, weil man innovative, neue Dinge einbringt, weil Vorschläge kommen usw. Man wird nie den Endpunkt erreichen, weil sich die Welt weiterentwickelt und auch die Mitarbeiter, die Gäste und man selbst auch. So gesehen ist das ein fortschreitender Prozess.“

Was einen richtig guten Hotel Manager ausmacht? Viel Geduld, viel Einfühlungsvermögen, aber auch gute Nerven und Herzblut. Bach meint: „Herzblut ist alles. Was eigentlich an allererster Stelle ist, dass die Mitarbeiter geschätzt werden, respektiert werden und ordentlich miteinander umgegangen wird. Das ist das, was hinter den Kulissen die Basis bildet, um dem Gast das Zuhause-Gefühl zu vermitteln und ihm zu zeigen, wir sind alle für dich da und du bist herzlich willkommen.“

Hotel Tannenhof *****Superior, St. Anton am Arlberg

Was den Beruf für Bach so besonders macht, ist der Kontakt mit Menschen, die täglichen Herausforderungen, seien es kleine oder große. Doch auch seine führende Rolle im jährlichen Kulinarik & Kunst Festival ist für ihn ein großes und aufregendes Projekt, um auch im Sommer die Gäste von St. Anton zu begeistern. „Das sind alles Sachen, die einen jeden Tag aufs Neue herausfordern. Und das ist das Salz in der Suppe. Und natürlich der Umgang mit Gästen und unseren Mitarbeitern. Ihr Aufenthalt soll für unsere Gäste einzigartig sein. Rein auf Gefühlen basierend: Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken.“

Was ist sein Geheimnis für eine erfolgreiche Karriere als Hotel Manager?

„Der Wille. Weil man kann im Leben alles lernen, nur das Wollen kann man nicht lernen. Das muss einem im Blut liegen. Ich habe hier ganz viele Mitarbeiter, die haben mit der Gastronomie gar nichts am Hut gehabt, die sind aber toll, weil sie wollen. Beibringen kann ich jemandem alles, nur das Wollen kann ich ihnen nicht beibringen. Es geht einfach darum, für sich und für ein Unternehmen erfolgreich zu arbeiten, dann habe ich mein Ziel erreicht.“

www.hoteltannenhof.net

Bilder © Francesco Tonelli; F-S-P.com; Markus Gmeiner

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