Drinks

Weinland Österreich

Beate E. Wimmer lädt ein zu einer einzigartigen Weinreise und legt den rot-weiss-roten Genussteppich aus.

Zugegeben, als Kind habe ich Österreich nicht wirklich geliebt. Viele Jahre „musste“ ich mit meinen Eltern dort die Sommerferien verbringen. Unsere Freizeitbeschäftigung war allenfalls Bergwandern und darüber hinaus noch Wandern, Wandern, Wandern. Für ein Kind sicher nichts Aufregendes. Mitunter fuhren wir dann noch zu den Kärntner Seen: Faaker See, Wörthersee oder Ossiacher See. Was wir dort machten? Sie werden es kaum erraten – Besichtigungen und Wandern, Wandern, Wandern. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass mich dieses Land irgendwann in seinen Bann zieht. Heute schmerzt es mich, wenn ich dieses eindrucksvolle Gebiet mit seiner kostbaren Natur nach längerem Aufenthalt wieder verlassen muss.

Sie möchten wissen warum? Dann folgen Sie mir auf eine Reise durch dieses einzigartige Land der Kulturen, eine jahrtausendealte Weinbautradition, eine Welt voller authentischer, unverwechselbarer Weine mit viel Charakter und Persönlichkeit. Gehen Sie mit mir auf die Reise durch ein Land rarer Besonderheiten und flüssigen Goldes – lassen Sie uns gemeinsam auf Spurensuche nach dem österreichischen Weinwunder gehen.

Seit wann wird Weinbau in Österreich betrieben? Im burgenländischen Weinbauort Zagersdorf wurden eindeutig Traubenkerne der Kuturrebe „vitis vinifera“ gefunden, die die Kelten und vermutlich ihre illyrischen Vorgänger in einer sehr einfachen Form gezogen haben. So können wir mit Gewissheit sagen, das Weinbau bereits 700 v. Chr. stattfand. Heute stehen Weine aus Österreich an der Weltspitze und können dem internationalen Vergleich standhalten. Sie sind auf jeder guten Weinkarte zu finden, werden von Weinkennern geschätzt und von Journalisten international gelobt. Österreichische Weine sind aufgrund ihres kompakten Körpers und der klimabedingten Frische oftmals perfekte Speisenbegleiter.

Doch was macht dieses Land und seine Weine so einzigartig? Lassen Sie uns mit unserer Reise beginnen.

Die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark (45.000ha) sind als eigene Weinbaugebiete definiert, dazu gesellt sich die Bundeshauptstadt Wien (612ha).

Folgen Sie mir nach Niederösterreich – Österreichs größtem Qualitätsweinanbaugebiet. Es liegt im nordöstlichsten Landesteil an der Grenze zu Tschechien und der Slowakei. Die Donau mäandert mit ihren Nebenflüssen Krems, Traisen und Kamp in ihrer ganzen Pracht und Schönheit entlang herrlicher Weinorte, die wie an einer Perlenkette aufgefädelt sind. Hier finden wir in den Kellern engagierter Winzer Weine, die bis in die 1940er Jahre zurückgehen. Weine, die mit dem Feuer der Leidenschaft gemacht sind.

Niederösterreich ist bekannt für seine pfeffrigen Grünen Veltliner und mineralischen Rieslinge. Uns begegnen Trockensteinmauern, die eine Bearbeitung der Rebflächen extrem erschweren. Das wohl zur Zeit bekannteste Gebiet Niederösterreichs ist die Wachau. In den steilen Terrassen entstehen aus edlen Rebsorten monumentale Weine mit jahrzehntelangem Entwicklungspotenzial. Qualitätsweine werden hier in drei Kategorien eingeteilt: Federspiel (bis 11% Vol. Alkohol), Steinfeder (11,5% bis 12,5%) und Smaragd (kraftvolle Reserveweine). Diese Unterteilung macht es dem Weingenießer leicht, den passenden Wein auszusuchen. Diese Klassifizierung ist nur der Wachau vorbehalten. Maschinen kommen hier nicht zum Einsatz und Handlese ist garantiert. Der hohe Arbeitsaufwand in diesen Lagen wird belohnt. Bodenvielfalt durch Urgesteinslagen und das sehr unterschiedliche Mikroklima sowie eine lange Tradition im Ausbau von Einzellagen bringen Weine hervor, die an Charakter und Einzigartigkeit kaum zu überbieten sind.

Fast liebevoll umarmt von Niederösterreich mutet das Weinbaugebiet Wien an. Mit seinen rund 600ha Rieden (Lagen) bietet diese historische Großstadt im Weinbau eine alte Tradition mit moderner Weinkultur. Hier treffen wir auf Wiens Paradewein: Wiener Gemischter Satz. Die Verordnung dieses streng reglementierten Weintypus schreibt vor, dass mindestens drei verschiedene weiße Qualitätsweinrebsorten in einer Riede, also in einem Weingarten, angepflanzt sein müssen. Sie werden dann gemeinsam geerntet und gemeinsam zu einem Wein eingemaischt und vergoren. Es gibt kaum Schöneres, als in einem permanent geöffneten „Nobelheurigen“ mit großem Buffet oder einer kleinen, versteckten Buschenschank (nur einige Wochen geöffnet) mitten in einem Weingarten zu sitzen und den guten Tropfen aus der Hauptstadt Österreichs zu genießen. Die Neuinterpretation dieses Weines hat mittlerweile den Sprung in die Gourmetrestaurants der Welt geschafft.

Entlang des Neusiedlersees und der Grenze zu Ungarn erstreckt sich dann das Burgenland. Denk ich ans Burgenland, denk ich an Rotwein… Hier wachsen unter dem Einfluss des Pannonischen Klimas mit seinen heißen Sommern, wenig Niederschlag und mäßig kalten Wintern Österreichs opulenteste Rotweine. Es dominiert der Blaue Zweigelt, gefolgt vom Blaufränkischen (Lemberger) und dem St. Laurent.

Spezielle Böden und ein Hauch von steirischem Klima im Süden des Burgenlandes machen es dem Winzer möglich dem Weingenießer einen Blaufränkischen und Blauen Spätburgunder ins Glas zu zaubern, der von feinster Mineralik geprägt und von unvergleichlicher Eleganz ist. Aber auch komplexe Weißweine haben ihre Heimat im Burgenland gefunden. So wachsen auf Kalk- und Schieferböden am berühmten Leithagebirge vor allem Weißburgunder, Chardonnay und Grüner Veltliner.

Sicher einer der legendärsten Weißweine ist das flüssige Gold, der edelsüße Ruster Ausbruch, der am Westufer des Neusiedlersees seine Heimat gefunden hat. Eine jahrhundertealte Tradition, die bereits im 17.Jahrhundert ihren ersten Ruhm erlangte. Seinerzeit konnten sich die Ruster bei Kaiser Leopold I. mit 500 Eimern (ca. 30.000l) das Freistadtrecht erkaufen. Schon damals war Ausbruchswein aus Rust exklusiv und kam als Speisebegleiter auf die kaiserliche Hoftafel. Somit trug dieser Weintypus zu Ruhm und Wohlstand von Rust bei.

Lassen Sie uns nun in das südlich vom Burgenland gelegene einzigartige Hügelland Steiermark reisen, das Land von Sauvignon Blanc und anderen aromatischen Rebsorten wie Muskateller und Traminer, die sich alle in der Qualität hier auf Augenhöhe begegnen.

Den aromatischen Kontrastpunkt bildet der Schilcher (Blauer Wildbacher), ein pikanter Rosé, der beeindruckend seine Herkunft zeigt.

Der Chardonnay heißt hier Morillon und legt sich wie Balsam an die Gaumen seiner Genießer.

Eine hohe Tradition in der Steiermark hat der Junker. Die ehemalige Bezeichnung der Söhne des Adels drückt die Jugendlichkeit und Qualität eines trockenen Jungweines aus. Traditionell wird er Anfang November „dem Volke kredenzt“. Übrigens: Sie erkennen den Junker am Junkerhut auf der Flasche – der Steirerhut mit Gamsbart.

Verlassen möchte ich die Steiermark nicht, ohne mit Ihnen noch eine der kontrolliertesten, elitärsten und exklusivsten Spezialitäten Europas zu verkosten – das Steirische Kürbiskernöl, das Grüne Gold mit langer Tradition.

Nun haben wir das Ende des rot-weiß-roten Genussteppichs erreicht. Wir haben viel gesehen und verkostet – zumindest auf dem Papier. Besuchen Sie das Land der Kostbarkeiten, des Weinwunders und der vielen Persönlichkeiten wie Marie Antoinette, Mozart, Klimt, Romy Schneider, Maximilian Schell, Falco und Niki Lauda. Habe ich wen vergessen? Klar, besuchen Sie vor allem die Winzerpersönlichkeiten mit ihren authentischen Produkten. Sie sind überall herzlichst willkommen!

© Österreich Werbung, Fotograf: Himsl; Bartl; Wiesenhofer

Leave a Comment