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Gourmet

Haehnlein gerettet: männliche Küken in Deutschland

Landwirtin Annalina Behrens findet mit ihrem haehnlein-Konzept seit fünf Jahren eine sinnvolle Lösung für die Eintagsküken-Problematik.

Pro Jahr sterben rund 45 Millionen männliche Küken in Deutschland aus mangelnder Wirtschaftlichkeit direkt nach dem Schlupf: Die Hähne aus der Legelinie legen keine Eier und setzen nur langsam Fleisch an. Das Konzept findet seit fünf Jahren eine sinnvolle Lösung für die Eintagsküken-Problematik: Statt die männlichen Legetiere nach dem Schlupf zu töten, zieht sie die Finkenthaler Erzeugergemeinschaft Fürstenhof in 120 Tagen schonend unter biologisch kontrollierten Haltungsbedingungen groß.

Küken aus konventionellen Mastlinien werden in der Regel in 35 Tagen zur Schlachtreife gezüchtet. Nach der Schlachtung in der Region wird das Geflügel tiefgekühlt als Brustfilet, Keule und Flügel im nationalen Einzelhandel angeboten. Kunden genießen Fleisch in Bio-Qualität und einen neuartigen Geflügelgeschmack, der vielfältige Rezeptmöglichkeiten zulässt.

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Annalina Behrens

Absatz von Eiern und Fleisch wächst konstant

Wurden in einer ersten haehnlein-Testphase im Jahr 2012 nur vereinzelte männliche Tiere aufgezogen, waren es in der zweiten Konzept-Phase von 2014 bis 2015 schon mehrere Herden zwischen je 1.000 und 3.000 Tieren. Im März 2016 feierte das Team um Landwirtin Annalina Behrens dann die Aufzucht des 100.000 Hahns. 2017 wird haehnlein rund 150.000 Hähne vor dem Tod durch das Gas gerettet haben.

„Inzwischen ist der Absatz von Eiern und Fleisch so stabil, dass wir immer mehr Legehennen und ihre Bruderhähne großziehen können“, sagt Annalina Behrens. „Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept so gut angenommen wird. Unsere Kunden und der Erfolg geben uns Recht, dass es eine ökologische Antwort auf das sinnlose Massentöten von Küken geben muss.“

Neben den Eiern vermarktet die Erzeugergemeinschaft, zu der mittlerweile 19 Farmen in Mecklenburg-Vorpommern gehören, Bio-Eier über Handelsmarken. Das haehnlein-Prinzip möchten die Landwirte bis 2019 auf den gesamten Verbund ausweiten. „Aktuell schaffen wir es, zu mehr als der Hälfte der Legehennen aus der Erzeugergemeinschaft den Bruderhahn aufzuziehen. 2019 wollen wir, wie bei haehnlein, bei 100 Prozent sein. Wir sind optimistisch, das zu schaffen“, sagt Annalina Behrens.

haehnlein-Eier gibt es bei real,-, Edeka, REWE, Globus, Alnatura, tegut und denn’s Biomarkt, haehnlein-Fleisch bisher bei Globus, tegut und denn‘s biomarkt.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.bio-haehnlein.de

Fotos © Fürstenhof

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